Startseite | Zwerge Ratgeber | Mein Kind beisst mich
© esthermm / Fotolia.com

Mein Kind beisst mich

« Was soll ich tun? »

Eben noch haben die zwei Kinder glücklich und vergnügt miteinander gespielt und plötzlich schreit der kleine Junge laut auf. Sein Spielkamerad hat ihn gebissen. Dicke Tränen kullern über sein Gesicht und er sucht Trost bei seiner Mama. Der andere Junge versteht hingegen gar nicht, was er angerichtet hat und nicht selten stehen Eltern von betroffenen Kindern recht hilflos in einer solchen Situation da. Daher ist es hilfreich, sich einmal mit dieser Thematik etwas intensiver auseinander zu setzen. Vor allem dann, wenn es den Augenschein hat, dass es kein Versehen oder ein Ausrutscher war. Was also tun, wenn Eltern feststellen: Mein Kind beisst mich oder andere!

Die Beissphase

Dass ein Kind beisst, ist im Übrigen nichts Aussergewöhnliches. Es ist Ausdruck von Wut, Enttäuschung oder Frust. Während andere Kleinkinder eher dazu neigen, zu kneifen oder auch zu schlagen, verschaffen sich andere wiederum Luft, in dem sie die Zähne einsetzen.

Das beissen bei Kleinkindern ist mit verschiedenen Emotionen verbunden
© contrastwerkstatt / Fotolia.com

Die sogenannte Beissphase tritt meistens zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr auf. In einer Zeit, in der ein Kind seine Umwelt bewusst wahrnimmt und beginnt, sich als Teil dieser grossen Welt zu sehen. Es möchte sich mitteilen. Doch oftmals sprechen Kinder in diesem Alter noch gar nicht oder eben nur unzureichend, um all das kundzutun, was sie tatsächlich bewegt und beschäftigt.

In der Praxis

  • Ein einfaches Beispiel zeigt, wie es unter anderen zu diesen Situationen kommt:

Die Kleinen spielen einfach wunderbar miteinander und der kleine Junge ist überzeugt, dass das kleine Spielzeugauto in seinen Händen ihm gehört. Doch im nächsten Moment nimmt es ihm sein Spielkamerad überraschend weg und der kleine Junge kann jedoch nicht mit Worten sagen, dass ihm das nicht gefällt. Das Kind beisst.

Kleinkinder spielen zusammen, im Streitfall wird oftmals gebissen
© very_ulissa / Fotolia.com
  • Eine andere Situation verdeutlicht, welche Ursachen noch dazu führen, dass ein Kind beisst:

„Im Kaufladen möchte das kleine Mädchen unbedingt die süsse Perlenkette haben. Die Mutter verwehrt ihr diesen Wunsch. Plötzlich beisst ihr die Tochter einfach in die Hand.“

Aus Aggression oder Enttäuschung wird auch gegen Eltern gebissen
© Pathathai Chungyam / Fotolia.com

In beiden Situationen ist das Kind damit überfordert, die Gefühle mit Worten zum Ausdruck zu bringen. Es ist eine Art der Hilflosigkeit, die sich leider in dieser Form zeigt. Kleinkinder müssen erst lernen, dass Enttäuschungen dazugehören und das Grenzen gesetzt werden müssen.

Sie als Eltern sind gefragt, möglichst ruhig aber konsequent damit umzugehen. Die folgenden Tipps sollen Ihnen helfen, ein paar Auswege aus diesen Situationen zu finden:

  1. Wenn der Nachwuchs anderen Kindern wehtut

Natürlich wächst Ihr kleiner Sonnenschein in einer behüteten und liebevollen Umgebung und vor allem gewaltfrei auf. Umso schlimmer ist es dann zu sehen, wenn das Kleine andere verletzt.

Ein typischer Streit zwischen Kleinkindern: Wer darf zuerst auf die Schaukel?
© Sport Moments / Fotolia.com

Nehmen Sie sich zunächst dem betroffenen Jungen oder Mädchen an. Spenden Sie kurz Trost und widmen sich dann Ihrem Nachwuchs. Geben Sie deutlich zu verstehen, dass es nicht gut ist, wenn es beisst und dass man niemanden verletzen darf. Zeigen Sie, wie traurig der andere Junge oder das Mädchen jetzt ist. Sprechen Sie leise, aber streng.

  1. Wenn die Kleinen Sie beissen, wenn Sie diese auf dem Arm tragen

Es trifft Mama oder Papa oftmals unverhofft. Vor allem, wenn ein Baby beisst. Das tritt meist überraschend auf und viele Eltern reagieren aus reinem Reflex. Setzen Sie das Baby behutsam ab und sagen Sie gern laut „Aua“ dabei. Es versteht durchaus, dass es etwas getan hat, was Ihnen Schmerzen bereitet.

  1. Wenn die Attacken ständig auftreten

Mitunter versuchen Kleinkinder über diese Attacken Aufmerksamkeit zu erregen oder schlichtweg ihren Willen durchzusetzen. Lassen Sie es daher niemals zu, dass Ihre kleine Prinzessin oder der Prinz damit etwas erreicht. Egal ob in negativer Form oder in positiver Form. Sobald Kleinkinder mitbekommen, dass sie darüber etwas erreichen können, wird es manipulativ eingesetzt. Bleiben Sie konsequent und zeigen Sie Betroffenheit oder strafen Sie auch einmal mit kurzzeitiger Ignoranz.

Ausschimpfen ist nicht immer die beste Taktik, manchmal setzt man mit dem Ignorieren der Kleinen mehr Nachdruck
© Denis / Fotolia.com

Sprache als Schlüssel zur Kommunikation

Viele Eltern machen die Erfahrung, dass mit Erreichen eines grösseren Wortschatzes, dieses Fehlverhalten schnell verschwindet. Über die erlernte Sprache ist es Kindern nun möglich, sich viel besser mitzuteilen und sich zu artikulieren. Selbst wenn der Wortschatz noch lange nicht vollständig ist. Dennoch gelingt es nun wesentlich leichter in schwierigeren Situationen angemessen zu reagieren.

Die Unterstützung beim Erlernen der Sprache ist daher unglaublich wichtig. Schenken Sie viel Aufmerksamkeit und zeigen Sie deutlich, wie gut es ist, wenn die ersten Worte richtig gesprochen werden.

Gewalt erzeugt Gegengewalt – viel Ruhe und Geduld sind gefragt

Auch wenn es in der einen oder anderen Situation schwerfällt. Bewahren Sie möglichst die Ruhe und schlucken Sie den Unmut hinunter. Wenn Sie laut werden oder ihnen gar die Hand ausrutscht, dann erreichen Sie letztendlich nur das Gegenteil.

Ruhe und Geduld sind die Devise! Schreien und schimpfen auf Dauer erzeugt nur Gegengewalt
© alphaspirit / Fotolia.com

Seit jeher ist es bekannt, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt. Dabei geht es nicht immer um körperliche Gewalt. Auch das Anschreien oder gar Brüllen vermittelt eine Art von Gewalt, die negative Erfahrungen für die Kleinen mit sich bringen. Bedenken Sie an dieser Stelle, dass es positive Aufmerksamkeit als auch negative Aufmerksamkeit gibt. Sprich, Kindern gelingt es, die Aufmerksamkeit ihrer Eltern leider auch durch ungezogenes Verhalten auf sich zu ziehen und somit in gewisser Weise ihren Willen damit durchsetzen wollen.

Mein Kind beisst mich! Schnelle Hilfe in brenzligen Momenten:

  • Nehmen Sie Ihren Nachwuchs zur Seite und entschärfen Sie somit die direkte Konfrontation.
  • Sorgen Sie, wenn nötig zunächst für eine kurze, räumliche Trennung.
  • Zeigen Sie deutlich, dass Sie verletzt sind, beziehungsweise jemand anderes Schmerzen hat.
  • Sagen Sie, dass es nicht gut ist.

Mit kleinen Belohnungen zu grossen Zielen

Die sogenannte Beissphase geht nicht selten einher mit der gefürchteten Trotzphase. Der Übergang vom Baby zum Kleinkind ist eine weitere Herausforderung für Eltern, wenn aus einem Engel ein Bengel beziehungsweise aus einem Sonnenschein ein kleines Gewitter wird.

 Kinderkoffer Kleine Prinzessin  Kinderkoffer Kleiner Prinz

Wichtig ist immer, dass positives Verhalten und vor allem Verbesserungen Ihrerseits belohnt werden. Die Rede ist hier nicht von überschwänglichen Geschenken oder grossen Ausflügen. Vielmehr geht es darum, Anerkennung zu schenken.

Eine hübsche Idee ist ein kleiner Koffer. Ein solcher kleiner Kinderkoffer kann nun mit kleinen Geschenken oder Selbstgebasteltem gefüllt werden. Auf diese Weise zeigen Sie Kindern eine positive Reaktion auf ihr verbessertes Verhalten.

Basteln Sie doch gemeinsam eine hübsche Kette aus Perlen oder ein kleines Armband. Die Ruhe und die gemeinsam verbrachte Zeit sind eine tolle Belohnung. Füllen Sie den kleinen Koffer nach und nach mit kleinen Schätzen.

 Beissgreifling Eule türkis  Beissgreifling Schildkröte türkis:petrol

Bei einem Baby ist das noch nicht ganz umsetzbar. Sollte es hier noch Probleme mit dem Beissen geben, dann nehmen Sie sich einen speziellen Beissring zur Hand. Ein Baby beisst meist in der Zeit, wenn neue Zähne durchbrechen. Das ist ein wenig anders, als bei einem Kleinkind. Denn ein Baby versucht damit noch nicht wirklich, seinen Kopf in diesem Sinne durchzusetzen.

Wann ist ein Arzt zu konsultieren?

Fühlen Sie sich überfordert oder scheint die Phase Überhand zu nehmen, dann wenden Sie sich bitte an einen Kinderarzt. Sie stehen mit der Problematik nicht alleine da. Ein Doktor ist durchaus in der Lage herauszufinden, ob andere Gründe für das Verhalten vorliegen und wie Ihnen geholfen werden kann.