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Malen mit Kindern

« Vom ersten Gekritzel bis zum Landschaftsbild Ihr Kind fördern »

Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht! Obwohl dieser Spruch ganz einfach klingt, müssen Kinder doch Einiges an Fähigkeiten erworben haben, ehe sie den Mond malen können. Für Erwachsene ist es meist schwer nachzuvollziehen, was Kleinkinder fürs Zeichnen alles lernen müssen. Erfahren Sie in diesem Artikel, warum Malen mit Kindern ein wichtiger Baustein in der kognitiven Entwicklung ist und wie Sie Ihr Kind gezielt zum kreativen Austoben ermuntern können.

Was lernen unsere Kinder bei ersten Gemälden

Als Erwachsener nehmen Sie einen Stift in die Hand und fangen an zu zeichnen. Je nach Bedarf entstehen Landschaften, Tiere oder abstrakte Dinge wie Lagepläne und geometrische Figuren. Sicherlich ist der künstlerische Wert des Resultats stark personenabhängig, doch stellt das Skizzieren an sich keine grosse Herausforderung dar. Bei Kleinkindern ist das anders. Sie müssen erst einmal lernen, Stift oder Pinsel in der Hand zu halten. Hier sind feinmotorische Fähigkeiten gefordert wie auch die Auge-Hand-Koordination. Weiterhin muss das Kleinkind die Bewegung der Hand gezielt steuern.

Kleinkinder muessen erst einmal lernen den Pinsel in der Hand zu halten
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Die Idee eines Strichs auf das Papier zu bekommen, verlangt höchste Konzentration und Koordination. Ehe ein Bild entsteht, muss es im Kopf des Malers sein. Somit fördert Malen mit Kindern auch deren Vorstellungsvermögen. Sie müssen die Welt ganz genau beobachten und analysieren. Dadurch wird die Wahrnehmung immer präziser und das Bild von der Umwelt detailreicher.

Malen lernen ist für Kinder eine Herausforderung an das analytische Denken. Sie müssen erkennen, welche Merkmale für bestimmte Dinge typisch sind. Welche Details erhöhen den Wiedererkennungswert?

So sorgen Ausmalen, Kritzeln, Zeichnen, mit Kreide oder Wasserfarben dafür, dass neue Verknüpfungen im Gehirn entstehen und gefestigt werden. Sprechen Sie im Nachgang mit Ihrem Kind über das Bild sowie die verwendeten Materialien und Techniken, stärkt dies obendrein die sprachlichen Fähigkeiten. Kleinkinder lernen so sehr anschaulich neue Wörter und Zusammenhänge kennen.

Die richtige Motivation für Kinder

Fangen Sie möglichst früh an, das Interesse am Zeichnen zu wecken. So können bereits Babys mit Fingerfarben erste Meisterwerke zaubern. Die Freude am Effekt spielt dabei eine ganz grosse Rolle: Durch eigene Bewegungen wird etwas Neues geschaffen. Das ist eine unheimlich motivierende Erfahrung für Ihr Baby.

Kleines Maedchen und Grossvater malen mit Wachsmalstiften
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Am besten lässt sich Ihr Kind durch Malen fördern, wenn Sie ihm stets altersgerechtes Material anbieten. Für Kleinkinder sind Fingerfarben, Wachsmalkreiden und dicke Stifte sinnvoll. Später kommen feinere Stifte und Wasserfarben hinzu. Generell sind Holzstifte zu bevorzugen, falls Ihr Kleinkind gerne Dinge in den Mund steckt oder gelegentlich abseits des Papiers malt.

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Ziehen Sie Ihrem Kind bei klecksenden Malutensilien wie Wasserfarben eine Kinderschürze als Schutz für die Kleidung an. Diese hilft auch bei allerlei Basteleien! Als Unterlage leisten in der Anfangsphase möglichst grosse Papierflächen und Tafeln gute Dienste. Im Laufe der Zeit sind auch Malblöcke zum Ausmalen interessant sowie Blöcke oder Leinwände. Je vielfältiger das Material ist, umso mehr inspiriert es zu immer neuen Zeichenexperimenten. Stellen Sie aber nicht alles auf einmal zur Verfügung.

Locken Sie lieber ab und zu mit neuen Malutensilien. Lassen Sie alles dort stehen, wo Ihr Nachwuchs alleine drankommt.

Damit die Motivation beständig bleibt, sollten Sie als Eltern den Kunstwerken des Nachwuchses gegenüber stets positiv sein. Jedes Gekrakel oder Farbenchaos ist schön. Loben Sie stets auch die Tätigkeit des Malens selbst. Mit Sätzen wie „Du malst wirklich eifrig“ oder „Toll, wie du an deinem Bild arbeitest“ fokussieren Sie mehr auf den Vorgang als auf das Ergebnis.

Ideen, um das Kind zu fördern

Am besten setzen sich Zuhause alle gemeinsam zum Zeichnen lernen an einen Tisch. So sind Sie einerseits Vorbild, andererseits machen Aktionen in der Gruppe mehr Spass als alleine. Beim Malen mit Kindern eröffnen Ihre eigenen Bilder dem Nachwuchs wichtige Aspekte und Zusammenhänge.

Ideen, um das Kind zu foerdern
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Haben Sie schon einmal Malspiele ausprobiert? Diese können Sie schon mit einem Kleinkind spielen. Bei Kindergeburtstagen kommen sie immer gut an:

  • Geschichten: Lesen Sie eine Geschichte vor oder erzählen Sie ein Märchen. Die Aufgabe besteht nun darin, bestimmte Figuren oder eine ganze Szene zu Papier zu bringen.
  • Wolpertinger: Knicken Sie ein Blatt sieben Mal nach hinten um. Der Erste malt nun im obersten Feld Ohren oder Geweih. Nur zwei kleine Striche dürfen im zweiten Feld andeuten, wo genau der Kopf sein muss. Das oberste Feld wird nach hinten geknickt und der Zettel an die nächste Person weitergegeben. Diese malt nun einen Tierkopf. So geht es weiter mit Hals, Körper und Armen, Beinen und Füssen. Der Letzte darf das Blatt auffalten und den Wolpertinger herumzeigen.
  • Klecksbilder: Mit Wasserfarben malen Sie einen bunten Klecks auf ein Blatt. Knicken Sie es einmal in der Mitte und drücken es fest zusammen. Beim Auffalten erscheint ein bunter, symmetrischer Klecks. Was könnte das sein? Mit Stiften wird die Figur nun herausgearbeitet.

Übrigens sind Papier und Stifte auch eine wirkungsvolle Ablenkung bei Wutanfällen, Frustrationen oder langen Wartezeiten.

Die Entwicklungsstufen

Schon Babys bringen einfaches Gekrakel zustande. In etwa ab zwölf Monaten kann der Stift in der Faust gehalten und auf den Untergrund gedrückt werden. Die Bewegungen gehen eher vom Oberkörper aus, während der Arm steif bleibt. Nach und nach verfeinert sich die Technik. Arm und Hand werden gezielter eingesetzt, um Formen auf das Papier zu bannen. Doch erst mit drei Jahren bringen die meisten Kleinkinder ihren ersten Kopffüssler zustande. Das ist ein rundes Gesicht, an das Arme und Beine als Striche direkt angeschlossen sind. Eine solche Zeichnung stellt enorm hohe Anforderungen an Feinmotorik und Wahrnehmung.

Maedchen zeichnet bunte Blume
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Im Kindergartenalter entwickelt sich das Zeichnen Lernen durch das Wiederholen gleichmässiger Formen weiter. Mittels unterschiedlicher Kombinationen entstehen verschiedene Objekte: Die Kuh besteht aus zwei Ovalen und vier Strichen, das Haus aus einem Viereck und einem Dreieck. Mit Beginn der Schulzeit werden die Kunstwerke naturalistischer. Nun fliessen zunehmend bewusste Techniken ein. Proportionen werden abgeschätzt und räumliche Perspektive kommt hinzu. Wenn die Kinder mit Wasserfarben malen, werden bewusst neue Farben gemischt.

Was können Eltern konkret tun?

Eine positive Grundeinstellung gegenüber den Zeichnungen der Kinder ist unerlässlich. Honorieren Sie die Kunstwerke, indem Sie sie in der Wohnung ausstellen. Sehr hilfreich sind hierfür Befestigungsclipse. An Schränken und Regalen angebracht, nehmen sie schnell die neuesten Werke auf.

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Sprechen Sie mit Ihren Kindern über das Gemalte. Bleiben Sie dabei offen in der Fragestellung. „Erzählst du mir etwas über dein Bild?“ wäre eine passende Aufforderung. Es ist sehr spannend zu beobachten, was in den kleinen Köpfen vor sich geht, was sie beschäftigt. Gemeinsame Malzeiten wirken sich zusätzlich positiv auf die psychische Gesundheit und die Bindung aus.

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Seien Sie kreativ, wenn Sie mit Kleinkindern malen. Stellen Sie Material zur Verfügung, das die Fantasie anregt. So können Bilder beispielsweise auch mit Motivperlen beklebt werden. Ebenso spannend ist eine Kombination aus Gemälde und Bastelarbeit. Schliesslich gibt es in der Kunst ohnehin keine Grenzen!